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Bei einem großen Hersteller elektronischer Bauteile war ein deutlicher Umsatzrückgang bei der Produktgruppe AB vorhanden. Überkapazitäten bei Kabelherstellern führten zu deutlichen Preisnachlässen bei Großprojekten. Bei einer durchgeführten Ist-Analyse wurden folgende Mängel festgestellt:
vorhandene Auslastung, Nutzung der Anlagen sowie die Laufgeschwindigkeiten sehr niedrig
große Einflussnahme der Mitarbeiter auf die Produktionsergebnisse durch die Steuerung der Fertigung entsprechend ihrer eigenen Interessen
unterschiedliche Qualifikation der Mitarbeiter
nur unzureichende Daten/Auswertungen über Nutzung der Anlagen, Qualität, Termineinhaltung, Laufgeschwindigkeiten u.a.
keine Information der Mitarbeiter über „ihre“ Leistung
Zeitlohn auf der Basis Lohngruppen, Zulagen sehr individuell gestaltet - ohne direkten Lohnanreiz
Als Konsequenz aus diesen Mängeln habe ich eine Vorgehensweise in zwei Richtungen empfohlen:
Erarbeiten und Umsetzen von organisatorischen Verbesserungen
Basis und Inhalte der Zeiten in den Arbeitsplänen prüfen und ggf. aktualisieren
Das Unternehmen wurde durch meine Firma bei der Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen unterstützt. Die Umsetzung erfolgte zunächst in einem Pilotprojekt „Produktgruppe AB“.
Für die Umsetzung der Maßnahmen wurde ein Projektteam gebildet. Die wesentlichen Schritte bei der Umsetzung waren:
Durchführen einer Ist-Analyse
Erfassen und Bewerten der vorhandenen, leistungshemmenden Probleme
Erarbeiten von Lösungsschritten in Workshops mit den Mitarbeitern
Darstellen der Laufgeschwindigkeiten an jeder Anlage
Visualisieren der Leistungskennzahlen in der „Gruppe“
Verbessern der Mitarbeiterqualifikation
Überprüfen der Zeitinhalte
Aktualisierung der Arbeitspläne
Umsetzen der neuen Werte in die Kalkulationen
Durch die vorgeschlagenen Maßnahmen konnte die Ausgangssituation deutlich verbessert werden. Die wesentlichen Verbesserungen im Überblick:
Reduzierung der Herstellkosten um 37 % innerhalb von zwei Monaten
Steigerung der Anlagennutzung von 60 % auf 80 %
Erhöhung der Auslastung und der Laufgeschwindigkeiten
Steigerung der Mitarbeiterflexibilität
Arbeiten in der „Gruppe“
Erarbeiten von Lösungsvorschlägen durch die „Gruppe“ in gemeinsamen Workshops
Zeitnahe Visualisierung der erreichten Leistungen in der „Gruppe“
Verbesserung der Auftragssteuerung vor Ort
Realistische Gestaltung der Kalkulationen
Durch das Pilotprojekt „Produktgruppe AB“ wurde eine jährliche Einsparung von ca. 180.000 EUR erreicht.
Ein weiteres Ziel ist es nun, dieses Projekt in den restlichen Fertigungsstufen weiterzuführen und den bisher erreichten Wert noch zu steigern.